Nachdem wir nun alles unter die Lupe genommen haben, wird es Zeit unseren Ernährungsplan für die Karriere zusammenzustellen. Es geht darum, dass wir unsere gesammelten Erkenntnisse unter einen Hut bekommen. Im Grunde hilft uns das beste Wissen nichts, wenn es Theorie bleibt. Wir brauchen einen Anwendungsplan dafür. Die Umsetzung muss spielerisch im Alltag bleiben und uns nicht zu seelenlosen Köchen machen, ohne die persönliche Würze. Es liegen uns nun alle Zutaten vor, wir müssen sie aber zu dem perfekten individuellen Gericht kombinieren. Es ist die Zeit für unsere Karriere-Ernährung gekommen, mit der wir auf unseren ganz persönlichen Karriere-Weg bestreiten und unseren „Food Print“ hinterlassen können. Wir kennen mittlerweile unsere Talente sowie unsere Energiebringer, ebenso wie all die unverdaulichen Talente. Wir haben uns damit vertraut gemacht, wie wir die Würze in anderer Leute Leben bringen wollen, und wie wir unser Beziehungsmanagement gestalten wollen. Gleichfalls haben wir uns mit unseren Allergieauslösern auseinandergesetzt. Wir wissen wie wir zu unserer Überfettung beitragen beziehungsweise wie viel Gelassenheit unser beruflicher Lebensweg braucht. Auch haben wir unsere Gedanken sortiert, um einschätzen zu können, unter welchen Rahmenbedingungen unser Körper in Balance bleibt. Nun wollen wir im finalen Schritt versuchen unseren beruflichen Lebensweg ausgewogen zu ernähren.
Also wie erwähnt, wir kennen unseren Status Quo. Den können wir auch gerne schriftlich fixieren. Als Beispiel können wir den unten stehenden „Food Print“ nutzen.

Was auf den ersten Blick wie eine logische Konsequenz klingt, ist gar nicht so einfach umsetzbar. Um uns gut auf die Zukunft vorzubereiten, müssen wir unsere Träume einfangen und sie im Blick behalten. Und dafür brauchen wir unsere Zeit. Wenn wir im Leben eines sicher und kalkulierbar haben, dann ist der aktuelle Moment. Wie viele Momente uns bleiben, wissen wir nicht. Also nehmen wir uns die greifbaren Momente Zeit.
Als Kind äußern wir unverhohlen Ambitionen wie unseren Traum vom Lokführer, Weltveränderer oder Astronaut sein. Zu diesem Zeitpunkt sind das Bauchgefühle hervorgerufen durch äußere Einflüsse. Die Helden aus dem letzten Cartoon oder unserer Spielzeug-Welt, die Kindheitsträume unserer Eltern, all das spielt dort mit rein. Jetzt, mit einem gewissen Grad der Erdung sind diese Ambitionen verändert, irgendwie selbstbestimmter. Sie entsprechen vielmehr einer Mischung aus Wunsch und Machbarkeit. Mancher möchte sagen, unsere Träume wurden von der Realität eingeholt, aber waren die Kindheitsambitionen wirklich unsere Träume?
Welches Kind weiß schon, was ein Astronaut den ganzen Tag macht? Wenn wir über unsere beruflichen Ambitionen nachdenken, dann geht es in erster Linie um die Reize des speziellen Arbeitsplatzes und nicht um seinen Namen. So wie wir unsere Fähigkeiten und Eigenschaften haben, so hat jeder Job sein eigenes Profil. Es ist daher wichtig, dass wir uns nicht an konkreten Arbeitsplätzen sondern an den Eigenschaften der Stelle orientieren. Wer kann schon von sich behaupten, dass er heute schon alles kennt? Morgen sind wir wieder um eine neue Portion Erfahrungsschatz reicher. Gleichzeitig hat sich die Welt ein kleines Stück weitergedreht und damit neue Herausforderungen geschaffen. Es ist somit vermessen sich heute schon auf eine konkrete Arbeitsplatz-Ambition festzulegen. Vielmehr können wir im Verlauf der Jahre die Inhalte unseres Traumes immer weiter konkretisieren. Unsere Zutaten für die Karriereernährung haben wir nun in schon ein wenig vertieft und herausgearbeitet. Aber wie sieht denn die Menüauswahl nun wirklich aus? Es gibt einige job-bezogenen Charakterzüge, mit denen wir uns auf sehr allgemeiner Ebene schon auseinandersetzen können und mit unseren Zutaten abgleichen können. Dazu müssen wir nicht über eine bestimmte Arbeitsstelle nachdenken.
Einige von uns wollen zum Beispiel schon immer ein Vorgesetzter, ein sogenannter Manager sein. Das klingt zunächst unheimlich wichtig, irgendwie nach Ansehen und Wertschätzung. Aber was macht das Chef-sein außer dem vermeintlichen Statussymbol aus? Ja, wir müssen strategisch denken, wir müssen delegieren können und Entscheidungen treffen, wenn wir vielleicht noch nicht mal alle Informationen dazu vorliegen haben. Dazu brauchen wir einen gewissen Mut zum Risiko und tragen dabei auch eine Menge Verantwortung. Und das ist der entscheidende Punkt, Chef sein, heißt Verantwortung für andere und auch sich selbst zu übernehmen. Das klingt leicht, ist es aber nicht. Wir tragen Verantwortung für anderer Menschen Arbeitsplatz, für deren Entwicklung und zu einem gewissen Grad auch für deren Karriereernährung. Das bedeutet auch mal eine schwere Entscheidung zu treffen, die nicht alle glücklich macht. Das kann uns vielleicht persönlich belasten, auch wenn wir wissen, dass die Entscheidung zum Wohle des Ganzen die richtige war. Wenn es das ist, was unser Karrieremenü schmecken lässt, dann lasst uns zugreifen. Wenn es das aber nicht ist, dann lasst uns nicht versuchen, nach etwas zu greifen, das uns nicht schmeckt. Wir können auch Leader sein, ohne Vorgesetzte zu sein. Einige von uns wollen lieber immer alles wissen. Wir bevorzugen es in die Tiefe einzutauchen anstatt an der Oberfläche zu schwimmen. Einmal den Eisberg von unten betrachten, das ist unser Traum. Mancher von uns macht das am liebsten auf eigene Faust, vielleicht sogar als Freigeist, und ein anderer lieber zusammen mit anderen und im Rahmen vorgefertigter Regeln. Während es die einen in die freie Wirtschaft treibt, finden andere ihr Glück in sozialen oder künstlerischen Berufen. Und nichts ist besser oder schlechter als das andere. Klar, Arbeitsplätze haben unterschiedliche Gehaltsstrukturen. Irgendwie beeinflusst uns das in der Annahme, dass ein Arbeitsplatz besser als ein anderer zu sein scheint. Aber die Wahrheit ist, jeder Arbeitsplatz hat seine Berechtigung und verdient Wertschätzung. Wir müssen uns lediglich darauf fokussieren, ob wir das Menü mit unseren Zutaten kochen können. Wenn ich daran zurückdenke, wie sich mein Weg gestaltet hat, so fing es immer mit drei Fragen an:
Bin ich noch glücklich und zufrieden mit dem, was ich mache? Habe ich noch Appetit auf was anderes? Was fehlt mir aktuell und macht mich hungrig?
Nicht immer war der Ansporn für eine Veränderung das Karrierewachstum. Manches mal trieb mich die Motivation auch aus einer Mangelerscheinung heraus, weil etwas entscheidendes zur gesunden Körperbalance fehlte. Aber egal, was der Auslöser war, alles was danach kam, war immer nur das pure Abarbeiten der Karriereernährung vor meinem geistigen Auge.
Mein Ernährungsplan hat sich inhaltlich mit der Zeit geändert. So geht es einem jedem von uns. Unser Erfahrungsschatz wächst, wir entdecken neue Talente, dadurch ändern sich unsere Energiegeber und -räuber. Und damit ändern sich auch unsere Ambitionen. Bei jedem neuen Karriereschritt müssen wir uns damit auseinandersetzen, was wir bereits mitbringen und was wir in der neuen Herausforderung lernen werden. Wir müssen unsere Fettpölsterchen immer in Balance halten. Aufschreiben hilft uns manchmal zu überprüfen, ob wir uns ausreichend mit uns beschäftigt haben.

Egal in welche Rolle wir beruflich als nächstes schlüpfen, was immer gleichbleibt, ist der Ernährungsanspruch an das richtige Verhältnis aus Talenten (Proteinen), Energiebringern (Kohlenhydrate) und Komfortpölsterchen (Fett). Bei jeder neuen Karriereschrittentscheidung müssen wir überprüfen, ob unser Körperhaushalt noch in Balance ist. Passt der berufliche Weg noch mit dem persönlichen und sozialen Weg zusammen. Das Management des Vitaminhaushalts ohne dabei die Allergien aus den Augen zu verlieren sind unsere grundsätzlichen Begleiter. Unsere Karriereernährung ist nicht statisch, sondern bedarf hin und wieder einer Reflektion, damit wir zufrieden und glücklich bleiben.